Reisetagebuch zum Buchprojekt
Das Buch “Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen” vereint zehn ganz eigene Wege spiritueller Frauen. In Porträts erzählen sie davon, was sie antreibt, was ihnen den Mut gibt, ihrem Weg immer wieder unbeirrt zu folgen. Sie sprechen über Ängste und Zweifel und über den Umgang mit diesen. Sie lassen die Leidenschaft und Freude spürbar werden, die ihren ganz persönlichen Herzensweg begleiten.
Zusätzlich gibt das Buch eine Einführung in das Thema Herzenswege: Wie finde ich meinen ganz persönlichen Weg? Wie mache ich die ersten Schritte? Was tue ich, wenn Ängste auftauchen? Was hilft mir, unbeirrt meinem Weg weiter zu folgen?
Diese Seite hat meine Reise zu den Frauen im Jahr 2012 – nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz -, wie auch die Entstehung des Buches selbst begleitet. Seit Mai 2013 ist das Buch (Irdana-Verlag) überall im Buchhandel und auch im Internet erhältlich.
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Nun hatte ich eigentlich gedacht, die Reise mit Erscheinen des Buches beendet zu haben. Doch mir scheint – jetzt geht es erst richtig los. Das, was im vergangenen Jahren in mir und in den vielen Gesprächen mit den zehn porträtierten Frauen reifen durfte, geht nun hinaus in die Welt. So zum Beispiel zu den 45 Besucherinnen und Besuchern bei der Lesung in der Stadtbibliothek in Siegburg am 15. Mai oder zu jenen im Banyan Café Köln, wo wir am 16. Mai einen wunderbar inspirierenden Abend mit Vortragsperformance, Lesung, Gespräch, Austausch, Begegnung und Inspiration genossen haben.
Für mich ist es das Schönste überhaupt zu sehen, dass das Buch in Resonanz geht mit seinen Leserinnen und Lesern und genau zu solch einem Freund und Wegbegleiter wird, als das es gedacht ist. Wie schön von euch zu hören, dass das Buch euch durch euren Alltag begleitet oder einen festen Platz auf eurem Nachttisch erhalten hat!
Und so freue ich mich sehr – auf weitere Begegnungen (zum Beispiel kommende Woche bei den Lesungen in Hamburg und Eckernförde) und das gemeinsame und zugleich ganz individuelle Gehen auf unserem jeweiligen Herzensweg. Ich danke euch!
PS. Weitere Fotos und Eindrücke der Lesungen findet ihr hier.
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Juhu! Das Buch “Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen” ist erschienen und kann ab sofort in jeder Buchhandlung und im Internet bestellt werden.
Ich freue mich über Begegnungen mit euch bei den nächsten Lesungen – die eine Mischung aus Lesung, Vortrag, Erzählung, Inspiration und Begegnung sind – im Rheinland und in Norddeutschland, wie auch über eure Rückmeldungen zum Buch an sabrina@raumpionierin.de. Die aktuellen Termine der Lesereise findet ihr hier.
Und wenn ihr noch eine Buchhandlung kennt, ein Seminarhaus oder einen anderen Ort, von dem ihr sagt “Hier würde das Buch genau hinpassen!” – verweist gerne auf das Buch und wer weiß, vielleicht findet ja bald auch schon in eurer Nähe eine Lesung oder ein inspirierender Frauenabend (wie in Konstanz im Dezember 2013) statt.
Danke an euch alle, die ihr das Buchprojekt in seiner Entstehung unterstützt und begleitet habt! Und danke für all die wundervollen, inspierenden Rückmeldungen zum Buch, die mich schon heute, einen Tag nach seinem Erscheinen fast im Halbstundentakt erreichen. Ein großes Danke!
Alles Liebe und einen inspirierenden Frühling auf eurem Herzensweg wünsche ich euch,
Sabrina
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Schon mal ins Buch “Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen” reinschnuppern? Das ist ab sofort möglich. Auf der Website des Irdana-Verlages gibt es jetzt eine Leseprobe und das Inhaltsverzeichnis – für alle, die schon genauso gespannt auf das Buch sind wie ich.
Einfach mal hier reinlesen.
Viel Freude dabei!
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Lesungen
Mehr über Herzenswege erfahren und selbst mit auf die Reise zu den zehn porträtierten Frauen gehen? Das geht bei den Lesungen zum Buch “Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen”.
Hier die ersten Termine:
* Mittwoch, 15. Mai 2013, 19:30 Uhr
Stadtbibliothek Siegburg, Griesgasse 11, 53721 Siegburg
Gast: Anando Würzburger
Eintritt 6 Euro, Karten im Vorverkauf in der Stadtbibliothek und an der Abendkasse
* Donnerstag, 16. Mai 2013, 19:30 Uhr
Banyan Café Köln, Venloer Straße 5-7, 50672 Köln
Gast: Anando Würzburger
Eintritt ist frei (Spende)
* Montag, 20. Mai 2013, 19:00 Uhr
Kirche der Stille, Helenenstraße 14a, 22765 Hamburg
Lesung und (Mitsing-)Konzert mit der Liedermacherin Sabine Bevendorff
Eintritt 5-10 Euro (nach eigenem Ermessen)
* Dienstag, 03. Dezember 2013, 19-21 Uhr
VHS Konstanz, Katzgasse 7, 78462 Konstanz
“Den eigenen Weg gehen – Ein inspirierender Abend für Frauen” mit Lesung, gemütlichem Austausch und gegenseitiger Inspiration
Eintritt 8 Euro (Anmeldung über die VHS Konstanz-Singen)
Ich freue mich, Sie und euch vor Ort zu sehen!
Viele liebe Grüße,
Sabrina Gundert
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Juhu! Es ist soweit! In wenigen Wochen – im April 2013 – wird das Buch “Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen” in jeder Buchhandlung erhältlich sein. Weitere Informationen findet ihr auf der Verlagsseite.
Und allen, die das Buch auch live erfahren wollen, sei schon einmal verraten: Voraussichtlich im Mai wird es mehrere Lesungen und Buchvorstellungen im Rheinland geben (Teilweise wird auch jeweils eine der porträtierten Frauen mit vor Ort sein!), im Herbst ist eine Tour durch Österreich angedacht und im Sommer vielleicht die ein oder andere Lesung rund um den Bodensee. Die genauen Daten findet ihr jeweils an dieser Stelle.
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Neben den zehn Frauen, die ich für das Buch „Auf dem Herzensweg“ interviewt habe, habe ich mittlerweile auch mit vielen anderen Frauen über ihren Herzensweg gesprochen: Was ist für sie ein Herzensweg? Was nehmen sie mit auf diesen Weg? Was hat sie ihr Weg gelehrt? Ein paar Gedanken hierzu, die ich gerne mit euch teilen möchte:
„Ein Herzensweg ist für mich dem Weg meines wahren Seins zu folgen, der immer wieder durch all den Schmerz, die vielen „Neins“ und eine lähmende Sinnlosigkeit durchscheint. Und genau wie ein Sonnenstrahl, der durch eine dicke Wolkendecke strahlt und seine Wärme und sein Licht auf die Erde wirft, um mich zu berühren, so berührt mich mein Herzensweg.“ Rita
„Ein Herzensweg ist für mich einer, auf dem ich mich führen lasse, dem ich mich ganz hingebe, der vom Takt meines schlagenden Herzens bestimmt wird.“ Monika
„Mit auf den Herzensweg nehme ich das Vertrauen in diesem Leben einen Platz zu haben. Ganz gleich, wo auch immer dieser Platz sein mag, ganz gleich, welche Aufgabe dort auf mich wartet. Alles ist lebendig, mag man es glauben oder nicht. Alles birgt seine eigene Schönheit, mag man sie oder nicht. Alles ist gewollt, man mag es verstehen oder nicht. Alles ist veränderbar und bleibt dennoch wie es ist.“ Marion
„Ich weiß, dass ich auf meinem Herzensweg bin, wenn mein Leben, scheinbar ohne mein Zutun, eine neue wunderbare Richtung einnimmt.“ Antje
„Mein Herzensweg hat mich gelehrt, dass ich verantwortlich bin für all die Dinge, die in meinem Leben passieren und dass ich mich jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde neu entscheiden kann und auch muss, ob ich meine Macht an andere oder an Äußerlichkeiten abgebe oder ob ich in meinem wahres Sein bleibe und genau das erlebe, was ich auch erleben möchte! Das ist eine große Herausforderung für mich, doch ich übe jeden Tag aufs Neue.“ Rita
„Ein Herzensweg ist für mich ein Weg, der ganz leise und behutsam sein kann, als ob zwei Grashalme, von einem leisen Wind behaucht, einander berühren. Der Weg des Herzens kann aber auch stürmisch sein, wild wie ein tosender Wasserfall. Manchmal ist er mir ganz fremd und ich muss wieder nach ihm suchen.
Wenn dann, durch was auch immer bewirkt, in meinem Inneren funkelnde Farben in einer wunderbaren Weite entstehen, weiß ich, dass ich meinen Herzensweg wiedergefunden habe.“ Sonja
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Das Buch “Auf dem Herzensweg” hat nun auch eine eigene Seite beim Irdana-Verlag:
Zehn Frauen, zehn ganz unterschiedliche Lebenswege. Und doch gibt es einen roten Faden, der sich durch alle Porträts in diesem Buch zieht: Der Wunsch, der Sehnsucht des Herzens zu folgen und einen ganz eigenen, authentischen Weg zu gehen.
Sabrina Gundert hat Frauen aus verschiedenen spirituellen Richtungen in Deutschland und Österreich besucht und erzählt ihre Lebensgeschichten. Mit dabei sind Annette Kaiser, Anna Platsch, Jwala Gamper, Schwester Elke Stein, Cambra Skadé, Sandra Franz, Sylvia Kolk, Anando Würzburger, Andrea Steimer und Marie-Luise Stiawa.
Die Wege der zehn Frauen sind selten geradlinig und häufig von überraschenden Wendungen geprägt. Gerade deshalb sind sie inspirierend für alle, die ihren Herzensweg gehen wollen.
Zugleich machen sie Lust und Mut, den ersten Schritt zu wagen, sich von Zweifeln und Unsicherheiten nicht beirren zu lassen und voller Freude und Zuversicht ein erfülltes Leben zu wagen.
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Es ist vor allem die Liebe, die immer noch in mir nachklingt. Die Liebe, die für Annette Kaiser – wie sie in unserem Gespräch sagte – schon immer ein wichtiges Thema war. Es war die Liebe, um die es im Sufipfad geht, die sie so sehr angesprochen hat an diesem Weg. Zu lieben, das ist auch die Essenz ihres eigenen Weges.
Und dann erzählt sie davon, wie wir Menschen nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen sehen können. Wie wir uns während eines Gesprächs mit unserem Herzen auf unser Gegenüber einschwingen und dadurch erkennen können, was sich hinter all den Formen, Mustern und Masken verbirgt. Wenn wir so schauen, entdecken wir das Licht im anderen. Es ist ein Schauen, das eine unglaubliche Wärme und Weite mit sich bringt. Freude pur.
Sylvia Kolk sagte in unserem Gespräch im September, dass jede wirkliche Begegnung mit einem anderen Menschen etwas in einem verändert, bewegt. Und so schwingen auch die Stunden in Hamburg mit Annette Kaiser noch in mir nach. Ihre klaren Aussagen, kurz und prägnant. Das Leuchten in ihren Augen und die unglaubliche Freude und Liebe von innen heraus. Ihre Präsenz und dieser Blick, der nicht nur Nase, Mund und Augen des anderen wahrnimmt, sondern viel tiefer zu blicken scheint – bis tief ins Herz oder zum Urgrund der Seele. Es berührt.
Übrigens: Zwei der inspirierenden, ganz einfach umsetzbaren, alltagstauglichen und doch so nachhaltigen Projekte für Eine Welt, deren Initiatorin Annette Kaiser ist sind „Der goldene Faden“ – Drei Minuten Innehalten für Eine Welt – und „Ein Lächeln für Eine Welt“ – eine Postkartenaktion rund um die Kraft des Lächelns und Gebens.
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Drei Monate sind vergangen, seit ich Anfang August in der Windschnur war, dem spirituellen Zentrum im Chiemgau, dessen spirituelle Leiterin Annette Kaiser ist. Morgen werde ich sie zum Gespräch in Hamburg treffen.
Annette Kaisers Weg hin zur Sufilehrerin Irina Tweedie ist einer, der von vielen Mäandern gekennzeichnet ist. Schlingen und Kurven eines Flusses, die auf den ersten Blick Umwege gewesen zu sein scheinen und sie letztendlich doch dorthin führten, wonach sie sich immer gesehnt hatte: Nach Hause. Wollte Annette Kaiser mit 14 Jahren Nonne in einem christlichen Kloster werden, so wandelte sich dieser Wunsch als sie Gefühle für einen Jungen entwickelte und ihr in den Sinn kam: “Ich kann keine Berufung haben, wenn ich so etwas fühle.” Doch der Wunsch nach einem monastischen Weg blieb. Ihre Suche führte sie tief in die Bibel hinein, nach Israel und dann wieder weg von beidem. Weiter zum Tibetischen Buddhismus und schließlich zur englisch-russischen Sufilehrerin Irina Tweedies, mit deren Erlaubnis sie seit 1998 den Sufipfad der Naqshbandiyya Mujaddidiyya-Linie weiterführt und Menschen auf diesem Pfad begleitet.
In ihrem Buch “Der Weg hat keinen Namen” (Theseus Verlag) heißt es: “Es gibt nichts als das Nichts, das ist die Essenz unseres Pfades” (ebd., S. 130). Weiter: “Und in Essenz kann uns nichts geschehen. Haben wir das einmal erfahren, dann ist uns ein Standpunkt möglich, der wirklich freudig, humorvoll sein kann, der auch Tränen haben kann, aber in der Essenz wissen wir, es ist SEIN Spiel. In Essenz geschieht nichts, nichts, nichts.” (ebd., S. 109) Wie leicht wird einem da ums Herz, wenn wir uns wieder des größeren Ganzen bewusst werden. Wenn wir erfahren: Etwas trägt.
Viele von uns kennen wohl die Suche im Außen – nach Ausbildungen, Wegen, Seminaren, Methoden. Nach all dem, was uns vermeintlich Heilung und ein Gefühl der Heimat verspricht. Wohltuend, dann diese Zeilen von Annette Kaiser zu lesen: “Es ist wichtig, dass der Mensch versteht, dass er das, was er sucht, nur in sich selbst finden kann. Dass er versteht, es gibt nichts zu erreichen, nichts zu suchen, weil das, was der Mensch sucht, er selbst ist.” (ebd., S. 126)
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Es ist soweit! Ich freue mich, euch heute das Cover für das Buch zeigen zu können. Entworfen wurde es von der jungen Grafikerin Julia Fellner aus Österreich.
Es ist ein Bild, das ein Gefühl der Weite vermittelt, der Zuversicht und der Freude. Bei den Blumen am (Weges-)Rand muss ich an Jwala Gamper denken, die ihren Herzensweg immer den “Freudeblumenweg” nennt – wie passend. Und in der Weite, noch entfernt, aber doch gut sichtbar, der Gipfel, vielleicht das Ziel des eigenen Herzensweges, zumindest aber eine eindeutige Richtung. Darüber der Himmel, strahlendes Licht. Ein schönes Gefühl, solch einem Weg zu folgen. Freude!
In nächster Zeit werdet ihr Buchcover und -beschreibung auch auf der Irdana-Website finden können.
Mitte November treffe ich Annette Kaiser in Hamburg. Es ist das letzte Gespräch auf dieser spannenden Reise der Herzenswege. Zehn Frauen habe ich im Laufe des Jahres besucht. Die Reise hat mich vom Norden Deutschlands bis in die Berge der Schweiz und nach Österreich geführt. Eine Reise, wie sie spannender nicht sein könnte – so verschieden waren die Wege, oft verschlungen, häufig von Ängsten, Zweifeln und Unsicherheiten geprägt. Und doch waren auch Mut, Freude und Zuversicht ständige Wegbegleiter. Zehn inspirierende Geschichten sind entstanden, die zeigen, wie unterschiedlich Herzenswege aussehen können. Und wie sehr es sich lohnt, dem eigenen Weg und der brennenden Sehnsucht im Herzen zu folgen.
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Vergangene Woche Freitag war ich zu Besuch bei Marie-Luise Stiawa. Von ihrem Garten aus, in dem auch die beiden Bienenvölker zu Hause sind, blickt sie weit über Felder und in Wälder hinein. Hier sitzt die 59-Jährige bei gutem Wetter gerne und genießt ihre tägliche halbe Stunde Traumzeit. Zeit, die fürs Nichtstun reserviert ist. Zeit, in der sie die nicht-sichtbare Welt um sich herum wieder spürt und selbst einfach nur lauschend da ist.
Dass unsere ganze Umwelt – Menschen, Tiere, Pflanzen, ja auch Computer, Steine oder Autos – lebendig sind, davon ist Marie-Luise Stiawa überzeugt. Vor allem zu den Pflanzen und den Steinen hat sie ein sehr inniges Verhältnis. Geht es ihr schlecht und braucht sie die Hilfe einer bestimmten Pflanze, so setzt sie sich mittlerweile häufig nur noch neben diese und spürt ihre Eigenschaften, statt sich beispielsweise einen Tee aus ihr herzustellen. Und auch die Steine, vor allem Megalithstätten,faszinieren sie. Mehrfach war sie bei den Alignements von Carnac in der Bretagne und ist mit Fragen oder drängenden Problemen zu den Steinen gegangen, manchmal spürt sie auch einfach nur ihre Energie und erforscht, wie diese auf sie selbst wirkt. Es sind für sie Orte für Initiationen und Visionssuchen.
Marie-Luise Stiawas Beruf als Krankenschwester für Psychatrie ermöglicht es ihr, sich neben ihrem Job frei von Existenzängsten mit den Dingen zu beschäftigen, die ihr am Herzen liegen: Die Natur, der Kontakt mit Freundinnen und Freunden, das Vernetztsein mit anderen Frauen, das Feiern der Jahreskreisfeste oder einfach Zeit für sich selbst.
Jeden Morgen beginnt sie mit einem Ritual, dass über die Jahre immer mehr zu seiner festen Form gefunden hat. Heute dauert es 30 bis 40 Minuten und besteht aus einer Mischung von Körper-, Zentrierungs- und Atemübungen, die ihr helfen, gut geerdet in den Tag zu starten. Manchmal bekommt sie in dieser Zeit auch Antworten auf Fragen, die sie aktuell beschäftigen. „Außerdem bedanke ich mich jeden Morgen für alles Schöne, was ich im Laufe der vergangenen 24 Stunden erlebt habe. Das kann so etwas Kleines sein wie ein singender Vogel vor meinem Fenster oder ein Mensch, der mich auf der Straße angelächelt hat“, sagt Marie-Luise Stiawa. „Nach der Trennung von meinem zweiten Ehemann habe ich damit angefangen und es hat mir sehr geholfen außer meinem Schmerz auch noch das Schöne in meinem Leben wahrzunehmen.“
Der Ort für dieses Ritual ist ihr Altar, der neben Sofa und Arbeitsplatz im Wohnzimmer steht. Es ist ein Altar, der sich je nach Jahreskreisfest wandelt. Jetzt im Herbst zeigt er sich mit bordeauxfarbenem Deckchen, der Haut einer Ringelnatter, Federn, Rassel, Kerzen, Steinen und einem Kelch. Dieser Ort erinnert Marie-Luise Stiawa im Alltag immer wieder daran, dass es mehr im Leben gibt als das, was wir sehen können.
Zwei Ehen hat sie auf ihrem Weg hinter sich gelassen, zwei Kinder geboren, eine lebensbedrohliche Krankheit überlebt und dabei vor allem in den schwierigen Stunden erfahren: Hilfe ist immer dann da, wenn sie darum bittet. Wenn sie sich herauswagt aus der Opferrolle, Verantwortung für ihr Leben übernimmt und sich fragt, was jetzt möglich ist. Eine Erfahrung, aus der sich auch die Essenz ihres Weges speist: „Lerne auf deinen eigenen Füßen zu stehen und alles wird kommen.“
Manchmal wollen Freunde und Bekannte wissen, ob sie nicht einsam sei, so ganz alleine in einer Wohnung auf dem Lande. Doch die 59-Jährige hat ihre ganz eigene Sicht darauf:
„September 2012
Nein, ich bin nie allein. Ob ich auf meinem Hügel sitze und in die Weite schaue, ob ich im Wald oder im Haus bin, ich bin umgeben von lebendigen Wesen. Ich habe als sehr kleines Kind, das im Gipsbett lag, gelernt gut mit Alleinsein klarzukommen. Wenn ich AllEinSein so schreibe, wie Ute Schiran es macht, dann wird deutlich, was es wirklich bedeutet: verbunden sein mit allem, was ist. Ich glaube, das geht nur, wenn eine ganz und gar bei sich selbst zu Hause ist.“ (Aus Marie-Luise Stiawas Blog)
Ganz bei sich angekommen, das ist sie heute. Vor allem die Wechseljahre, die Marie-Luise Stiawa als größte Metamorphose im Leben als Frau erlebt hat, hätten alles Überflüssige – falsche Scham, Hemmungen und faule Kompromisse – von ihr gelöst, ja mit den Hitzewallungen regelrecht verbrannt. Zurückgeblieben sei eine große innere Ruhe, Gelassenheit und das Gefühl, ganz bei sich angekommen zu sein: „Heute fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser: Authentisch und frei zu tun und zu lassen, was ich will.“
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04. Oktober 2012
Morgen treffe ich Marie-Luise Stiawa – Krankenschwester für Psychiatrie, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Körperpsychotherapeutin, Kräuterfrau, Ritualgestaltende. An der Feministischen Akademie für Kultur, Ethik, Religion und Spiritualität “Alma mater” hat sie sich in der Matriarchatskunde ausbilden lassen. Ihr Interesse gilt herrschaftsfreien Lebensformen, der Tiefenökologie und der Subsistenzwirtschaft. Von den Pflanzen, so sagt sie, lernt sie, seit sie denken kann.
Marie-Luise Stiawa lebt im Norden Deutschlands unweit der Ostseeküste in der Nähe von Kiel und bietet hier von Frühjahr bis Herbst Seminare rund um Heil- und Wildkräuter an. Wer schaut, wo Marie-Luise Stiawa online so unterwegs ist, entdeckt sie schnell in verschiedenen Foren, bei Petitionen und Kampagnen – zum Beispiel für gentechnikfreie Samen oder ökologisch hergestellte und fair gehandelte Kleidung. Sie ist eine Frau, die ihre Stimme erhebt, engagiert, aktiv. Sie unterstützt, protestiert, setzt sich ein und macht ihre Meinung öffentlich.
Als Gode – ein Begriff, der soviel bedeutet wie Begleiterin oder Beschützerin eines Kindes im Laufe seines Wachstums zu sein als auch “All-Mutter” oder “Göttin” – bewahrt Marie-Luise Stiawa heute altes Wissen, das seelische und geistige Räume öffnen soll, in denen matriarchale Werte erinnert und neu belebt werden. Matriarchale Werte, das sind laut Godenetzwerk zyklisches Denken, ein Leben im Einklang mit der Natur, Fülle und Dankbarkeit, alles, was dem Lebenskreislauf dient, Herzenswärme und Fürsorglichkeit oder auch eine Schenk-Ökonomie. Die Vision des Netzwerks: Ein Netz von Frauen, über Deutschland verteilt, die alte Werte bewahren, weitergeben und im Alltag ausleben.
Sowieso das Vernetztsein – es ist vor allem das Netz der Frauen, in das Marie-Luise Stiawa eingebunden ist und das ihr immer wieder Mut und Inspiration ist, sie trägt und berührt auf ihrem Weg. Frauen unterstützen, sich mit ihnen austauschen, in Gesprächen Weisheit, Geschichten und Mythen am Leben erhalten – all das sind Themen, die Marie-Luise Stiawa beschäftigen und über die sie in ihrem Internetblog schreibt.
Ihre Wegbegleiterinnen: Luisa Francia, eine der bekanntesten Vertreterinnen der magischen Seite des Feminismus, Ute Schiran, bei der sie schamanische Unterweisungen bekommen hat, Susun Weed, eine amerikanische Kräuterhexe und auch Heide Göttner-Abendroth, die seit Jahrzehnten Matriarchate erforscht.
Nachdem sie viele Jahre in großen Städten gelebt hat, hat sich Marie-Luise Stiawa heute den Traum von einem Leben auf dem Land erfüllt und lebt in einem sehr kleinen, ruhigen Dorf mit eigenem Garten, Wald in der Nähe, wilden Pflanzen und Tieren. Immer wieder geht sie auf die Pirsch nach unbekannten Pflanzen und erforscht die, die andere schon längst ausrotten wollen (z.B. das Indische Springkraut).
Marie-Luise Stiawa: “Da gibt so etwas wie eine innere Richtung in meinem Leben, die schon immer da war und sich in meiner Kindheit in der innigen Beziehung zur freien Natur, zu den wilden Pflanzen und Tieren gezeigt hat. Da gab es das Bedürfnis, mich einer Sache voll und ganz zu widmen, die ich damals noch nicht konkret bezeichnen konnte. Vielleicht kann ich es heute am ehesten als Liebe zum Lebendigen bezeichnen.”
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14. September 2012
Als ich eben überlegt habe, was mir von meinem gestrigen, rund fünfstündigen Gespräch mit Sylvia Kolk am meisten im Kopf geblieben ist und mich am stärksten berührt hat, kam mir sofort das Wort Menschlichkeit in den Sinn. Sylvia Kolk – obwohl eine der bekanntesten Meditationslehrerinnen Deutschlands – begegnet ihrem Gegenüber stets auf Augenhöhe, von Mensch zu Mensch. Offenheit, Tiefe und Authentizität haben das Gespräch genauso geprägt wie Achtsamkeit und Präsenz. Sylvia Kolk lebt, was sie lehrt. Durch und durch. Die buddhistische Lehre wird bereits greifbar durch ihre Art zu sein. Faszinierend.
Ich muss auch an all die Brüche und neuen Abzweigungen auf ihrem Lebensweg denken: Von der Arbeit im Reisebüro zur Chefsekretärin, hin zum zweiten Bildungsweg, zum Studium von Psychologie, Philosophie und Pädagogik und zur Aktivität in der Studentenbewegung. Dann weiter auf eine Welterfahrungsreise, die sie tiefes Schauen und präsentes Sein lehren sollte – denn jeder falsche Schritt mitten in der Wildnis wäre ihr damals, als Alleinreisende, zum Verhängnis geworden.
Eine Reise, auf der sie bewusst ihren Ängsten begegnet und lernt mit ihnen umzugehen. Sie erfährt Klarheit und Ruhe im Geist, ebenso wie Freude, Friede und tiefe Glückseligkeit. Erst später, als sie Ayya Khema trifft und durch sie den Buddhismus kennenlernt, soll sie erfahren, dass diese Zustände nicht an das Unterwegssein selbst gekoppelt sind, sondern mitten im Alltag erlebt werden können.
Sylvia Kolk baut in den 1980er Jahren das Frauenbildungshaus Zülpich mit auf, ist in der Frauenbewegung aktiv und arbeitet als Dozentin in der Erwachsenenbildung. 1987 beginnt sie – angetrieben durch existenzielle Fragen – ihre Promotion und begegnet auf diesem Weg 1989 ihrer späteren Lehrerin Ayya Khema. Schon nach wenigen Jahren der Unterweisung und Praxis – Ayya Khema weiß, dass sie bald sterben wird – soll Sylvia Kolk das Gelernte weitergeben und Meditationslehrerin werden. Ein Schock. Sie, die sonst gerne jedes Hobby zum Beruf gemacht hat, wollte genau dies mit der Meditation nicht tun. Und doch: Ihre Lehrerin ließ nicht locker und sie selbst hatte das Gefühl, ihr, die sie so viel gelehrt hatte, auf diese Weise etwas in Dankbarkeit zurückgeben zu können. Das war 1995. 1999 wurde die Arbeit als Meditationslehrerin ihre Haupttätigkeit, im Jahr 2000 gründete sie die Buddhistische Stadt-Praxis in Hamburg, 2004 das dortige Zentrum Liebe – Kraft – Weisheit.
Seit 23 Jahren geht die heute 61-Jährige den buddhistischen Weg. Ein Weg, der sie noch nie im Stich gelassen hat und dem sie voller Freude, Kraft und Mut weiter folgt. Die Essenz ihres Weges: „Mit ganzem Herzen wach und interessiert bleiben. Von Augenblick zu Augenblick. Sich selbst gegenüber, anderen gegenüber und dem Leben gegenüber… und nie den Humor verlieren!“
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Freude – so viel Freude! Immer wieder erreichen mich E-Mails zum Buchprojekt. Menschen, die mir ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Andere, die schon sehnsüchtig auf das Buch warten und wissen wollen, wann es denn endlich erscheinen wird. Und solche, die fragen, ob sie im kommenden Jahr eine Buchpräsentation vor Ort – in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – organisieren dürfen. Oder wie Anna Platsch nach unserem Gespräch schrieb: Was für ein schönes, tiefes Projekt du verfolgst! Möge es den Menschen dienen.
Immer wieder sind da während der Buchentstehungszeit Phasen, in denen es einen langen Atem und Durchhaltevermögen braucht. Dann, wenn mein Kopf vor lauter Vorbereitungen qualmt oder sich die Mitschriften aus mehrstündigen Interviews auf dem Schreibtisch türmen. Was bleibt und antreibt ist jedoch vor allem die Freude – über die wunderbaren Gespräche und Begegnungen mit den portraitierten Frauen, über die Rückmeldungen von euch, die dieses Reisetagebuch lesen und aller anderen, die sich bei mir melden und sagen: Ich freue mich auf dieses Buch. Danke für eure Unterstützung, euer Teilhaben, eure Motivation! Freude!
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Die Vorbereitungen für das nächste Gespräch haben begonnen. In zwei Wochen treffe ich Sylvia Kolk, buddhistische Lehrerin und Schülerin der buddhistischen Nonne Ayya Khema, in der Nähe von Kiel. Vor zwölf Jahren hat sie in Hamburg das buddhistische Zentrum „Liebe-Kraft-Weisheit“ gegründet und dort ein Konzept entwickelt, das die Integration der spirituellen Praxis in den Alltag als Ziel hat – die buddhistische Stadt-Praxis. Es ist entstanden aus der Frage danach, wie Spiritualität in der Stadt gelebt werden kann. Wie man bei sich bleiben und gleichzeitig in Beziehung gehen kann. Wie man sich der Vielzahl von Sinneseindrücken in der Stadt öffnen kann, ohne darin verloren zu gehen. Und wie die buddhistische Praxis mitten im Alltag greifen kann – abseits von Retreat oder Rückzug in ein Kloster mitten im Grünen.
Die Teilnehmenden der Stadt-Praxis (die es mittlerweile in verschiedenen Städten Deutschlands gibt) treffen sich drei Monate lang alle zwei Wochen, um zusammen zu meditieren, sich auszutauschen, einem Vortrag zu lauschen und Hausaufgaben für die nächsten Wochen mitzunehmen. Sie verpflichten sich dabei, während des Kurses an sechs Tagen in der Woche täglich 20 bis 30 Minuten zu meditieren.
Dass die Zeiten sich wandeln, zeigt auch das Angebot einer Virtuellen Sangha, bei der sich eine feste, geschlossene Gruppe alle drei Wochen in einem Chatraum trifft und dort anderthalb Stunden gemeinsam meditiert und sich über ein buddhistisches Thema sowie dessen Umsetzung im Alltag austauscht.
Auch bei Sylvia Kolk stoße ich wieder auf die Sehnsucht, die mir schon in so vielen Gesprächen begegnet ist. In ihrem Buch ‚Segeln im Sturm – Mit Leidenschaft den spirituellen Alltag meistern‘ schreibt sie: „Das, was uns aus festgefahrenen Bezügen und Gewohnheiten treibt, ist eine heilige Sehnsucht, die uns wach und in Bewegung hält, ausgerichtet auf Wachstum und Freiheit.“ (Segeln im Sturm, S. 12, Theseus Verlag)
Eine Sehnsucht, die nicht locker lässt, die uns – trotz aller Unsicherheiten und Ängste, die uns begleiten mögen – antreibt, aus dem bekannten Trott auszubrechen und uns aufzumachen, ins Neue, Unbekannte.
„Wir werden auf unserer spirituellen Reise keine Eroberer, sondern es geht im Gegenteil um Hingabe, eines Tages sogar um vollkommene Hingabe. Es ist paradox, was sich da ereignet. Wir gehen nicht in die Fremde, sondern kehren aus der Fremde, der Entfremdung von uns selbst, zurück.“ (Segeln im Sturm, S. 15, Theseus Verlag)
PS: Achtsamkeit und Spiritualität in den Alltag bringen – dabei hilft auch der Stillness Buddy, ein kleines Programm für den Computer, das einen in regelmäßigen Abständen mit Achtsamkeits-, Wahrnehmungs-, Atem- und Körperübungen daran erinnert, auch im Arbeitsalltag präsent zu bleiben. Hier gibt es eine Erklärung dazu auf Deutsch.
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Im Alter von 30 Jahren hatte Anna Platsch alles erreicht, von dem sie immer geträumt hatte: Karriere, Erfolg, Geld, eine große Wohnung, einen Mann, den sie liebte. Und doch: All das Äußere stillte ihre lebenslange Sehnsucht nicht. Das war es nicht, wonach sie immer gesucht hatte. Es war eine Sehnsucht, die sie schließlich auf den Weg der Sufis führt – zunächst zu ihrem Lehrer Scheich Salah, später zu ihrer Lehrerin Irina Tweedie und in die Windschnur, ein spirituelles Zentrum, geleitet von Annette Kaiser, einer der Nachfolgerinnen Irina Tweedies.
Der Weg der Sufis und das Schreiben – beides für Anna Platsch ein Fahrzeug hin zum Nicht-Nennbaren, zum innersten Wesenskern, zum Herz des Herzens.
Im Rückblick sagt Anna Platsch, ihr Lebensweg sei stets ein Herzensweg – ein Weg der Liebe – gewesen. Egal, ob während des Sinologiestudiums, während der Zeit ihrer Arbeit als Psychotherapeutin und Beraterin oder heute als Autorin und Leiterin von kreativen Schreibwerkstätten.
„Unsere Erde ist in ständiger Bewegung, in fortwährender Wandlung – warum wir als ihre Bewohner also nicht auch? Ich erlebe das Leben sich spiralförmig entwickelnd – so sieht manches von außen wie ein Zurück aus, was innerlich eine Notwendigkeit der Seele ist – wie zum Beispiel der Moment, in dem ich begriff, dass Karriere, Praxis, Geld und Mann nicht die Erfüllung meiner Sehnsucht sind. Ich habe dies jedoch nie als Brüche erlebt, es ist einfach der Pfad des Lebens. Für mich ist es eher ein Bruch, wenn ich nicht dem folge, wohin mich das Leben zieht. Das Leben gibt einem Hinweise, immer wieder. Wenn wir diesen Hinweisen nicht folgen, zwingt es uns irgendwann dazu – genau das ist der Moment, aus dem wirkliche Brüche entstehen“, so die 63-Jährige, die heute mit ihrem Mann im Chiemgau lebt.
Ihre eigene Geschichte, Pläne, Visionen, die Welt zu retten – all das hat Anna Platsch im Verlauf ihres Weges hinter sich gelassen. Statt Zielen hat sie heute Anliegen: „Mein tiefstes Anliegen als Mensch ist es, zum Frieden auf unserer Erde beizutragen – im Wissen darum, dass äußerer Frieden ein Spiegel unseres inneren Friedens ist. Meine Arbeit und mein Leben sind untrennbar miteinander verbunden. Beides ist zutiefst der dramatischen Situation unserer Zeit gewidmet. Sprache, die aus der großen – inneren – Stille aufsteigt, hat Wandlungskraft und ist tiefe Friedensarbeit“, sagt Anna Platsch. Der 63-Jährigen geht es heute in ihrem Engagement vor allem um eine transkonfessionelle Spiritualität, darum, die verbindende Essenz zu sehen, die allen Religionen innewohnt.
Heute lehrt das Leben selbst sie am meisten auf ihrem Weg. Ein Seminar, das nicht voll werden will, eine Idee, die sich nicht verwirklicht – für Anna Platsch weder Rückschlag, noch Krise oder Stagnation – „da scheint etwas anderes anzustehen, was ich zur Zeit der Planung noch nicht ahnte. Wunderbar, kommt was Neues. Bin gespannt.“
Was hilft, den eigenen Herzensweg zu finden? „Folge auf deinem Weg der Sehnsucht – sie ist die sicherste Führerin.“
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Angekommen in der Windschnur. Die Windschnur ist ein spirituelles Zentrum am Randes des Chiemgaus. Ein Ort der Stille, umgeben von Wäldern, Wiesen, Seen und den Hügeln des bayrischen Voralpenlandes. Es ist ein Ort, der Raum gibt für das einfache Sein und die Rückverbindung zu uns selbst.
Der weite Meditationsraum ist ganz in Weiß gehalten, die Decken sind hoch und aus Holz. Es gibt keine Buddhafiguren, keine Kreuze oder andere religiöse Symbole, nur eine Klangschale, ein paar Räucherstäbchen, Steine und Blumen, die dem Raum ein Gefühl der Wärme verleihen. Die Windschnur ist auch ein Ort der Gemeinschaft, an dem Menschen das ganze Jahr über in eigenen Wohnungen zusammenleben; gleichzeitig ist es auch ein Seminarort und ein Ort, der die Möglichkeit zum persönlichen Rückzug bietet. Hier, mitten in der Natur, ist der Lärm des Alltags weit weg. Nur die Grillen durchbrechen mit ihrem Zirpen die allgegenwärtige Stille, hier und dort singt ein Vogel, das Plätschern im Brunnen wirkt wie eine beruhigende Melodie im Hintergrund.
Spirituelle Leiterin des Hauses ist Annette Kaiser, die aktuell in den USA ist und die ich im November in Hamburg bei einem ihrer Seminare zum Gespräch treffen werde. In der Windschnur, wie auch in der Villa Unspunnen in der Schweiz im Berner Oberland, setzt sie sich ein für eine engagiert gelebte Spiritualität, auf der Basis der schon immer bestehenden Einheit. Es geht ihr um einen persönlichen wie kollektiven Bewusstseinswandel in einem evolutiven, integralen Verständnis, dieses zugleich transzendierend – so heißt es in ihrem Grußwort zum aktuellen Programm der Villa Unspunnen. Zusammen mit weiteren Lehrenden hat Annette Kaiser zudem die „Schule für Integrale Spiritualität“ in der Villa Unspunnen gegründet. Ihr Ziel: Die Entwicklung und Vermittlung einer weltgemeinschaftlichen, integralen Lebens- und Lernkultur, auf der Grundlage der non-dualen Perspektive der einen Wirklichkeit.
Die Eine Welt ist ihr ein Anliegen und mit der Initiative „Der goldene Faden – Innehalten für EINE WELT“ lädt sie ein, sich an jedem Tag für einige Minuten mit einer Region auf der Erde zu verbinden und das eigene Herzenslicht dorthin fließen zu lassen, wo Not ist. Wer mehr über diese Aktion erfahren möchte – hier geht es zur Website der Initiative.
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Vom Platz unter der alten Linde aus geht der Blick in die Weite der Berge. Teils schroff und grau, teils dicht bewachsen, umgeben sie das Tal in dem das Claudiaschlössl liegt. Ein Kraftplatz, wie Jwala Gamper es nennt. Das rund 500 Jahre alte Schlössl wird schützend von großen alten Laubbäumen umhüllt; in die Linde führt eine Leiter – Jwalas Meditationsort.
Hier, im österreichischen Kramsach, hat Jwala Gamper das gefunden, worauf sie 45 Jahre lang gewartet hat: ihren eigenen authentischen Ausdruck, die Signs.
Signs – eine Wortschöpfung aus dem englischen ‚Sign‘ (Zeichen) und dem deutschen ‚Sein‘ – sind essenzielle Botschaften des Seins, die uns an unser eigenes Licht, unseren Wesenskern erinnern. Eines bringt die Dankbarkeit und Freude über das, was Jwala Gamper am Ende ihrer langen Suche gefunden hat, besonders gut zum Ausdruck: Ich bin die, auf die ich so lange gewartet habe.
Schon in ihrer Jugend war da eine nicht benennbare Sehnsucht in ihr: „Ich war ungefähr 16. Da habe ich gespürt, dass mich das Leben ruft. Mit einer so immensen Kraft zog mich etwas – doch wohin? Ich spürte diese ungeheure Sehnsucht nach einer ehrlicheren, liebevolleren, schöneren Welt. Nicht, dass es in meinem Elternhaus nicht ehrlich, liebevoll und schön gewesen wäre. Ich wusste nur, dass es da draußen etwas gibt, was von mir gefunden werden will. Vielleicht ist es die gleiche Kraft, die einen jungen Vogel dazu bringt, aus dem Nest zu springen, um zu fliegen.“
Sie bricht den Weg zum Abitur ab, nachdem sie eigentlich ein Studium beginnen wollte und erklärt das Leben zu ihrem alleinigen Lehrer. Es ist ein Satz, der sie schließlich zu Osho führt, der ihr weiteres Leben prägen soll: „Bei einem Freund hing ein Bild von Osho, darunter die Worte ‚Ich bin gekommen, um euch zu verwirren‘. In dem Moment wusste ich, dass ich angekommen bin und meinen Meister gefunden habe – ohne ihn jemals bewusst gesucht zu haben.“
Ankommen. Etwas, was sich viele Jahre später, 1989, nochmals wiederholen soll. An dem Tag, an dem sie ihren Mann Karl trifft, mit dem sie heute im Claudiaschlössl lebt. Jeden Tag in Dankbarkeit und Freude beginnen, das ist etwas, was das Leben der beiden prägt. Sie haben die Angst und all ihre Masken – Wut, Eifersucht, Neid – über viele Jahre hinweg genau untersucht. Heute falle es ihr leichter, so Jwala Gamper, nicht mehr in Dramen einzusteigen und sich bewusst an die Freude anzudocken.
Und ihr Herzensweg? „Soweit ich das von heute aus einsehen kann, war mein Weg immer ein Herzensweg. Ich selbst spreche von einem ‚Freudeblumen-Weg‘. Es ist der Weg, an dessen Rand Freudeblumen wachsen. Diese im Auge zu behalten und – falls die Freudeblumen einmal weniger werden oder sogar ganz verschwinden – sofort und auf der Stelle einen neuen Freudeblumen-Weg zu suchen, das ist für mich ein Herzensweg“, so die 53-Jährige.
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Im Waldhaus am Laacher See in der Eifel erfasst mich kurz nach meiner Ankunft eine Welle der Wärme und Geborgenheit und ich kann verstehen, warum sich Sandra Franz hier so wohl fühlt. Holz und große Grünpflanzen gestalten den großzügigen Essensraum, an den Wänden ziehen sich bunte Mosaike entlang, durch die Dachfenster fällt Sonnenschein ins Innere des Hauses. So unscheinbar das weiße Haus von außen wirkt, so sehr strahlt es doch von innen heraus.
„Das Waldhaus ist ein Ort der Stille und ein Ort, wo jeder sein darf, so, wie es gerade ist“, sagt Sandra Franz, die als Köchin im Waldhaus arbeitet. „Es ist ein Ort, wo man sich selbst begegnen darf, mit allem, was dazugehört.“
Im Waldhaus – einem buddhistischen Seminarzentrum, das ebenso die Möglichkeit bietet, als Praktikant im Haus mitzuarbeiten oder einen persönlichen Rückzug zu machen – gibt es ausschließlich vegetarisches, biologisches Essen. Achtsamkeit, Präsenz und ein liebevoller Umgang sind nicht nur im Hinblick auf Menschen, sondern auch bei Nahrungsmitteln ein Thema. „Das Kochen im Waldhaus ist pure Lebenslust für mich, ganz lebendig. Ich liebe es, in den Gemüsekeller zu gehen, das Gemüse zu riechen, seine Farben zu sehen. Das Kochen erfüllt mich, da bin ich absolut mit dem Herzen dabei. Es ist etwas, was mich auf allen Ebenen satt macht“, so Sandra Franz. Die Arbeit an diesem Ort sei nicht vergleichbar mit ihren früheren Arbeitsstellen, zum Beispiel in Restaurants oder Pflegeheimen – „die Atmosphäre und die Energie sind ganz anders.
Es ist ein sehr heilsamer Ort. Hier bin ich mit vielem in mir in Frieden. Auch, dass alle Lebensmittel Bioqualität haben, macht einen großen Unterschied. Mir geht es nicht nur um die Nährstoffe in unserer Nahrung, sondern auch darum, was noch an Lebensenergie in ihr enthalten ist.“
Sandra Franz hat hier in der Eifel zu ihrem Herzensweg gefunden. Rückblickend sagt sie, erschrecke es sich oft, wie gut all die unterschiedlichen Schritte zusammenpassen: Das Tattoo auf ihrem Arm – auf Sanskrit, mit dem Beginn des Sonnenmantras, das sie sich vor Jahren hat stechen lassen, ohne damals einen Bezug zum Buddhismus zu haben und dem sie bei einem Schweigeseminar im Waldhaus wiederbegegnet. Der Hinweis einer Freundin auf das Waldhaus, zu dem sie auf diese Weise gefunden hat.
Ihre erste Meditation vor Ort und das Gefühl, dass hier noch mehr auf sie wartet. Ihr verlängerter Aufenthalt und ihre Begegnung mit Wolfgang, bei dem sie ihr erstes Schweigeseminar belegt. Wolfgang, der ihr Lehrer und Vorbild wird. Ihre Arbeitsstelle als Köchin, die sie im Waldhaus bekommt. Vor allem aber die unglaubliche Erfahrung von Liebe, Angenommensein, Vertrauen und Gehaltenwerden, die sie hier an diesem Ort in Meditation und Begegnung macht. Liebe, die sie ihr Leben lang gesucht hat, nach viel Gewalt und traumatischen Erfahrungen in Kindheit und Jugend. Hier hat sie sie gefunden – in sich. Schaut sie heute auf ihren Lebensweg zurück, so ist sich die 36-Jährige sicher: „Alles war gut, so wie es gekommen ist. Ich würde alles wieder genau so machen.“
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Zurück von meinem Besuch bei Andrea Steimer, die das HerzBrändli auf dem Berg Rigi, direkt am Vierwaldstättersee in der Schweiz leitet, sind mir vor allem die Stille und die Nähe zur Natur eindrücklich in Erinnerung geblieben.
Statt neben Duschen, Zähneputzen und Zeitunglesen morgens schnell noch einen Kaffee zu trinken und im Stehen ein Stück Brot zu essen – so wie es Andrea Steimer selbst noch vor einigen Jahren getan hat, als sie als promovierte Biologin an verschiedenen Forschungsinstituten in der Schweiz arbeitete –, beginnt der Tag hier auf dem Berg in Stille, mit Meditation, meditativer Hausreinigung und einem Frühstück im Schweigen. Beim Aufwachen wandert der Blick unwillkürlich aus dem Fenster und weiter zu den teils grün-grauen, teils schneebedeckten Bergen hinter dem See, über denen eindrucksvoll das Licht der aufgehenden Sonne zu sehen ist.
Lärm scheint ein Fremdwort, so nah am Touristenort Vitznau und doch so weit entfernt. Der Berg Rigi ist autofrei,
es gibt keine geteerten Straßen, keinen Verkehrslärm, nur der Sturzbach in der nahen Schlucht, das Grillenzirpen auf der Wiese und das Kuhglockenläuten unterbrechen die Stille.
Hier fällt es einem wieder auf, wie sehr unser Alltag doch von Lärm und Hektik geprägt ist – schnell ein Telefonat, mal eben die Mails gecheckt, ein Gespräch mit einem Bekannten zwischen zwei Telefongesprächen und einem Blick in die Zeitung geführt, dann abends vor dem Fernseher noch etwas angeschaut. Es ist nicht nur der äußere, sondern vor allem auch der innere Lärm, der uns häufig zu schaffen macht.
Seit sieben Jahren lebt Andrea Steimer hier in einem Haus, dass sie für Seminare, persönliche Rückzüge und Begleitung nutzt. Die Menschen, die zu ihr kommen, suchen die Stille, schätzen das Sein und die Arbeit in der Natur – zum Beispiel im großen Biogarten direkt am Haus. Viele kommen, weil sie an einen Punkt der Neuorientierung in ihrem Leben gelangt sind.
Auch das HerzBrändli selbst ist stets im Wandel. Ursprünglich im Untertitel als „Meditations- und Retreatzentrum“ benannt, heißt es seit einigen Wochen „Ganzheitliche Persönlichkeitsentfaltung“. Krisen, Veränderungen, Neuerungen – all das macht Andrea Steimer mittlerweile keine Angst mehr. Sie hat gelernt, die auftauchenden Dinge, wie eine Krise, anzusehen, sie zu hinterfragen und durch sie durch zu gehen. Wie es dazu kam und auch, wie sie ihr Weg aus der Forschung zu einer Reise mit zweimonatigem Aufenthalt in einem Zen-Zentrum in Japan und schließlich ins HerzBrändli geführt hat, wird im Buchportrait zu lesen sein. Wer schon jetzt neugierig geworden ist. Auf www.herzbraendli.ch gibt es weitere Informationen rund um das Haus und zu Andrea Steimer.
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Immer wieder muss ich in diesen Tagen an zwei Stellen aus Büchern von Anna Platsch („Offene Siegel“ und „Schreiben als Weg“) denken, in denen es darum geht, einander wieder als Menschen zu erkennen. Nicht das Äußere, nicht die Religion, nicht das Geschlecht oder der gesellschaftliche Status sind das wirklich Entscheidende – daran gilt es einander zu erinnern.
So berichtet sie in ihrem Buch „Schreiben als Weg“ von einer Begegnung am Bahnhof von Assisi mit einem obdachlosen Tuareg. Sie schreibt: „Es ist seltsam. Wie ich da so saß, so nah, körperlich nahe neben ihm auf der Bank, wusste ich von dieser feinen, hauchdünnen Grenze, die jeden von uns in solch eine Situation bringen kann. Auch ich könnte morgen obdachlos sein. Was bin ich nicht. Wir waren tief vertraut, einfach Menschen. Und in der Tiefe, ganz in der Tiefe, gab es keinen Unterschied in der Umarmung mit ihm und meinem Mann.“ (Schreiben als Weg, S.180, Theseus Verlag)
Und dann schlage ich das Straßenmagazin HEMPELS aus Schleswig-Holstein auf und lese einen Artikel über einige der osteuropäischen Straßenverkäufer, die seit einiger Zeit in Kiel das Straßenmagazin verkaufen und darüber, wie sie notdürftig in Zelten leben und doch dieses Leben dem in ihrer Heimat vorziehen. Dort, wo nur Armut und Enge herrschen. Hier in Deutschland bleibt die Hoffnung auf ein Leben in eigener Wohnung und mit genug Geld, dass sie den kranken Verwandten nach Hause schicken können. 26 Jahre ist der Slowake Attila alt, wenn er Glück hat, verkauft er rund zehn Hefte am Tag. Etwas von dem Geld ist für Essen, ein anderer Teil für den Kauf neuer Hefte, ein Großteil geht an seine kranke Mutter in der Heimat.
Es berührt mich Attilas Geschichte zu lesen, den ich bislang nur mit seinem freundlichen Lächeln und den strahlend hellblauen Augen vom Kauf des Straßenmagazins in der Stadt her kannte. Seine Geschichte zu lesen lässt ihn in meinen eigenen Lebensalltag einrücken.
Ein paar Seiten weiter lese ich von einem 24-Jährigen, der eingriff, als auf einem Bahnsteig drei Männer auf einen Obdachlosen einprügelten. Die Bilanz: Er selbst wurde getreten, geschlagen und verprügelt, die Täter flüchteten. Die anderen Fahrgäste, mit denen er zuvor im Zug saß, schauten weg, sein Rucksack, den er in der Hektik im Zug hatte liegen lassen, wurde geklaut. Der Zug fuhr einfach wieder los, ohne, dass jemand geholfen hätte.
Heute Morgen erzählte mir unser irakischer Nachbar davon, dass er im Sommer gerne mit seiner Frau und den Kindern in die Heimat seiner Frauen fahren würde, nach Syrien. Doch der Bürgerkrieg dort macht es unmöglich. Seine Schwiegereltern, Schwägerin und Schwager, die in der Heimat geblieben sind, mussten selbst schon in andere Städte fliehen.
All das hinterlässt mich nachdenklich mit der Frage, in welcher Welt wir heute eigentlich leben. Darüber, was schon Alltag für uns geworden zu sein scheint – jemand wird verprügelt, entwürdigt, gedemütigt. Alles scheinbar ganz normal. Was sagt es über uns selbst aus? Und es wirft die Frage auf, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen. Denn die Welt passiert nicht zufällig. Wir selbst sind es, die schon mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort und unserer Einstellung eine Veränderung bewirken können.
Mein japanischer Freund Shohei, den ich in Frankreich kennengelernt habe, erzählte mir einmal von einer Australienreise, bei der er sehr starkes Heimweh gehabt hatte. Er konnte kaum Englisch sprechen und war mit einer ausschließlich englischsprachigen Reisegruppe unterwegs. Doch die Menschen waren nett, kümmerten sich um ihn und er stellte fest: „Sie wollten nicht meine perfekten Sprachkenntnisse, sie wollten nur mein Lächeln“.
Es ist das Zwischenmenschliche, was diese Welt, was uns alle zusammenhält. Nicht das Geld, Macht, Aussehen, Status. Es geht darum, das Verbindende wieder zu erkennen, mich selbst im anderen zu sehen und selbst ein Stück weit zu einer Welt beizutragen, in der wir uns wieder als Menschen erkennen.
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08. Juli 2012
Update: Es gibt noch eine kleine Änderung bei den für das Buch interviewten Frauen: Leider kann Sabine Friesch aus zeitlichen Gründen doch nicht teilnehmen, so dass Marie-Luise Stiawa, die von den wilden Pflanzen lernt, seit sie sich erinnern kann, nun die zehnte Frau im Buch sein wird. Wer mehr über Marie-Luise Stiawa erfahren möchte, schaut am besten auf ihrer Website vorbei:
Marie-Luise Stiawa (Deutschland)
Schwerpunkte: Wildkräuter und Heilkräuter, Lernen von Pflanzen
Weitere Informationen: www.hollesgarten.de
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Heute habe ich das Buch „Offenes Siegel – Meine Reise zu Sufis und Muslimen“ zu Ende gelesen und mir ist eine Stelle im Kopf geblieben, an der Anna Platsch vom extremen Wechsel zwischen Wüste und Stadt spricht. Von einer Nacht, in der sie in der Wüste schläft, das Pulsieren und die Wärme der Erde unter sich spürt, das Gefühl von Eins-Sein, den weiten Sternenhimmel, der sich in der Unendlichkeit zu verlieren scheint und absolute Stille.
Dann am nächsten Tag im Hotel in der Stadt, ein liebloses Frühstück statt Gastfreundschaft und einfachem, aber wunderbarem Essen im Beduinenzelt in der Wüste. Es bringt sie zum Weinen, dieses Erlebnis.
Das hat mich an zwei Erlebnisse im vergangenen Jahr denken lassen: Im Januar war ich für eine Woche im Waldhaus am Laacher See. Stille, Natur, gutes Essen, Einfachheit, eine tragende Gemeinschaft. Auf die Rückreise machte ich mich mit einer Freundin, die ich dort kennengelernt hatte. Schon nach wenigen Metern Fahrt mit dem Auto durch den nächsten Ort waren wir ganz erschöpft von all den Farben, der Werbung, der Hektik. Richtig extrem fiel es uns auf einer Autobahnraststätte auf – das Licht so künstlich hell an diesem Abend, so viele Dinge, die wir hätten kaufen können ohne sie denn zu brauchen. All das Rennen ohne wirkliches Da-Sein.
Ähnlich erging es mir auf der Rückfahrt nach zwei Wochen auf einem autofreien Berg in der Schweiz, mitten in der Natur. Ich kam mir vor wie von einem anderen Stern und notierte Folgendes:
Zurück aus der Stille
Eine innere Leere und Ratlosigkeit machen sich breit
ob der vielen asphaltierten Straßen,
der Frage, wie Menschen solch hässliche herzlose Häuser bauen
und diese mit einem Schild,
das auf „privilegiertes Wohnen“ hinweist, versehen können.
Wie sie, Mann an Mann wohnen wollen
und Grünflächen nur aus Rasen bestehen.
Schmetterlinge, Grashüpfer und Eidechsen
– unbekannt.
Wie viel Müll sie produzieren und wie am Bahnhof schnell die 20-Minuten-Zeitung als Fastfoodhappen zwischen Telefonat, Gespräch mit dem Nachbarn und dem Sprint zum Zug konsumiert wird.
Wo geht diese Reise hin?
Im Zug sitzend, in Stille,
fühle ich mich wie auf einer Insel.
Insel oder Kokon.
Doch wie bald schon werde ich in einem unachtsamen Moment
wieder in dieses geschäftige, gehetzte Treiben des Alltags einsteigen?
*
Reisen wie die von Anna Platsch in die Wüste oder meine eigenen ins Waldhaus und in die Schweiz lassen uns etwas kosten von der Süße des Augenblicks und dem Gefühl des Eingebundenseins in diese Welt. Eine Reise, die wir auch in unserem Alltag tun können – immer wieder, uns nach innen wenden, lauschen, uns verbinden. Oder uns im Außen bewusst an Orte der Stille begeben – in einen Park, eine Kirche, auf einen leeren Parkplatz am frühen Sonntagmorgen, wo auch immer. Um uns dem Leben mit allen Sinnen wieder zu nähern.
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01. Juli 2012
Mit 1.040 Euro konnte die startnext Crowdfunding-Aktion erfolgreich beendet werden! Danke an alle Unterstützer! Die Dankeschöns werden in der kommenden Woche verschickt, über den Projektblog und das Reisetagebuch könnt ihr auch weiterhin das Werden des Buches mitverfolgen. Wer das Buchprojekt über die startnext-Aktion hinaus unterstützen will, kann sich gerne direkt per E-Mail an mich wenden – Kontaktdaten auf www.handgeschrieben.de
PS: Und wer wissen will, wie die Reise weitergeht: Mitte Juli fahre ich in die Schweiz zu Andrea Steimer, Ende Juli ins Waldhaus am Laacher See zu Sandra Franz. Anfang August steht dann die große Tour durch Süddeutschland und Österreich an – zu Sabine Friesch, Anna Platsch und Jwala Gamper. Dabei werde ich auch einige Zeit in der Windschnur wohnen und die Gemeinschaft, deren spirituelle Leiterin Annette Kaiser ist (die ich im November in Hamburg treffen werde), kennenlernen. Im Herbst folgt dann das Treffen mit Sylvia Kolk in Hamburg.
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Jede Reise, die wir im Außen machen, führt uns letztendlich immer zurück zu uns selbst. Wenn wir mit offenen Augen und weitem Herzen reisen, dann nehmen wir von unserer Reise viel mehr mit als nur Fotos, Souvenirs und ein paar Erinnerungen.
Aus meiner Zeit in Frankreich ist mir ein Satz von Goethe im Gedächtnis geblieben: « Veux-tu vivre heureux? Voyage avec deux sacs, l’un pour donner, l’autre pour recevoir. » – „Willst du glücklich leben? Reise mit zwei Taschen, eine um zu geben, die andere um zu erhalten.“
So kommt es mir manchmal auch bei dieser Buchreise vor: Ich gehe los mit Seiten voller Fragen, leeren Blättern Papier, Stiften und einer Kamera. Zurück komme ich aber nicht nur mit stumpfen Bleistiften, neuen Fotos, vielen Eindrücken und vollgeschriebenen Zetteln, sondern vor allem mit neuen Denkanstößen, Inspirationen, Antworten und Fragen. Wenn ich innerlich offen bin – einen leeren Rucksack bei mir trage –, wird etwas in mir selbst berührt bei den Interviews zum Buch. Da trifft ein Wort, ein Satz oder eine Geste des Gegenübers mitten ins Schwarze – und gibt Antworten, Erkenntnisse und wirft auch wieder neue Fragen auf.
Wenn wir mit offenen Augen und weitem Herzen reisen, kann uns jede Reise noch viel weiter bringen, als es ein Zug oder Flugzeug jemals könnte.
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Montag, 14:45 Uhr, Köln-Ehrenfeld. Die Treppe hinunter, rein in den U-Bahntunnel, raus aus dem U-Bahntunnel, rüber zur Straßenbahn. Venloer Straße. Subbelrather Straße. Neußbaumerstraße. Escher Straße. Nach vier Haltestellen lande ich an einer breiten Straße, Autos rauschen an mir vorbei, vor mir unterhalten sich lautstark zwei Türkinnen, es fängt an zu regnen. Hinter der Tankstelle biege ich rechts ab, gehe vorbei am Imbiss, aus dem es nach Pommes und Currywurst riecht, bis einige Meter weiter das Reihenhaus der vier Kapuziner-Terziarinnen auftaucht.
Es ist ein Ort, an dem man kaum ein Kloster vermuten würde, neben Tankstelle und Imbiss, in einem der sozialen Brennpunkte Kölns. Doch genau das ist der Grund, warum die Schwestern hier sind: Sie wollen in Armut und Einfachheit leben und für die „Kleinen“ da sein, wie Schwester Elke immer wieder sagt. Für die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die aus unterschiedlichsten Gründen am Rande der Gesellschaft stehen und etwas mehr Liebe, Unterstützung und Halt auf ihrem eigenen Weg benötigen als manch anderer.
Wenn die 50-Jährige in Köln unterwegs ist, trägt sie bewusst ihren Habit. „Meist brauche ich nur präsent zu sein und die Menschen kommen ganz von selbst zu mir“, sagt Schwester Elke. Sie kommen, um zu reden. Darüber, wie sie lange Zeit nur für das Geld, die Arbeit, für äußere, materielle Werte gelebt haben. Solange, bis eine Krankheit kam, ein Unfall, etwas, was sie zum Anhalten gezwungen hat. In diesem Stillstand wurde dann plötzlich das sichtbar, was ihnen wirklich wichtig ist, wo ihr Herz für brennt und wonach sie sich hinter all dem Materiellen wirklich sehnen.
„Oft braucht es erst Krankheiten, ehe wir anhalten und uns den Weg, den wir gehen, einmal wahrhaftig anschauen. Ich begleite vor allem Kinder im Erstkommunionalter und möchte sie dahin führen, ihre eigenen Talente und Fähigkeiten früh zu erkennen. Wenn sie bereits in diesem Alter jemanden an der Seite haben, der sie begleitet und ihnen hilft, immer mehr sie selbst zu werden – ihren Herzensweg zu finden –, dann braucht es letztendlich auch keine Stoppsignale wie Krankheit oder Unfall mehr“, so Schwester Elke.
Fünf Kinder mit dem Mann fürs Leben. Das war der ursprüngliche Lebensplan der 50-Jährigen. Sie wollte Grundschullehrerin werden, mit ihrem Leben Gott verkünden und gleichzeitig für Kinder und Jugendliche da sein. Doch die Rahmenbedingungen in der Schule waren ihr zu eng, die Beziehung zu ihrem Freund hierließ trotz aller Liebe immer mehr Leere in ihr und die Frage danach, was wirklich ihres ist, ließ sie nicht los. Dann war plötzlich klar: Sie würde Nonne werden.
Auch Anando Würzburger hatte ihre Vorstellungen davon, wie sie leben wollte: Der amerikanische Traum der Freiheit lockte sie nach dem Abitur genauso wie der Traum davon, dass alle Menschen gleich sind, wie im Idealbild der Sowjetunion. Doch weder der eine noch der andere Traum hielten einer Überprüfung in der Realität bei Aufenthalten in beiden Ländern stand und so ging ihre Suche weiter.
Ihr Studium in Berlin bricht sie ab, zu sehr hat sie während ihrer Zeit im Ausland am Duft der Freiheit gerochen. Massage, Körperarbeit und Osho sind Facetten, die ihr Leben in den kommenden Jahren und bis heute prägen. Sie geht nach Berlin in eine Kommune, dann nach Indien. Hier kommt ihre Tochter zur Welt. Auf Indien folgt Berlin, später Köln, London, Paris und das amerikanische Oregon. Umbrüche und neue Wege, Abschied und Neuanfang. Immer wieder reizt sie das Neue, immer bleibt der Forschergeist in ihr wach, hinterfragt, prüft – Ist das wirklich meins? Was ist stimmig für mich?
Vor allem die Beschäftigung mit dem Hara – der Quelle des Lebens, unserem Zentrum, unserem Bauch – haben ihr geholfen, sich immer besser zu spüren und das Eigene von den Wünschen und Überzeugungen der anderen abzugrenzen. „Mein Weg war von Anfang an ein Herzensweg“, sagt die 58-Jährige heute. Und sie ist ihm immer gefolgt, auch wenn viele sie für manche Entscheidungen erst einmal für verrückt erklärt haben. „Davon habe ich mich aber nicht abbringen lassen. Das Gefühl davon, was jetzt stimmig ist für mich, war einfach stärker. Im Nachhinein haben die meisten ihre ursprüngliche Meinung dann auch widerrufen – als sie gesehen haben, wie viel weiter mich mein eigener Weg gebracht hat und wie positiv er mich verändert hat.“
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Die Zeit bis zur nächsten Reiseetappe ist geprägt von Vorbereitungen: Texte und Bücher lesen, im Internet recherchieren, Übernachtungsmöglichkeiten und Reiserouten festlegen, telefonische Interviews führen, Termine absprechen.
In zweieinhalb Wochen geht es ins Rheinland zu Schwester Elke Stein und Anando Würzburger. Kloster und Osho-Zentrum. 3,3 Kilometer trennen die beiden Orte – sieben Autominuten oder 44 Fußminuten.
So unterschiedlich die Gesprächspartnerinnen sind, so geht es im Gespräch immer wieder um Fragen, wie: Was ist meins? Ist dies wirklich noch mein Weg? Folge ich dem, was mich wirklich berührt? Es geht darum, authentisch zu sein, sich selbst treu zu bleiben und immer wieder den eigenen Kurs zu überprüfen, zu hinterfragen und gegebenenfalls neu auszurichten. Nicht stehen zu bleiben, sich weiterzuentwickeln, sich zu erforschen und die Welt um einen herum als Spiegel zu betrachten. Es geht um Austausch, Vernetzung, darum, Glaubensmuster zu überprüfen, neue Möglichkeiten auszuloten und Grenzen zu verschieben. Neugierde und Forscherinnengeist begegnen mir dabei immer wieder.
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Die Reise geht weiter. Gestern war ich in Lübeck, um dort Cambra Skadé zu einer „Performance in Wort und Bild“ zu treffen. Das Thema: Die schamanische Kraft im Alltag. Es geht um die Verzauberung des Alltags, um die Wiederentdeckung des Magischen, des Besonderen zwischen Küche, Wäsche und Putzen. Denn so oft scheint uns ein Seminar, ein Retreat unglaublich spirituell und erleuchtend, doch bröckeln die innere Ruhe, Liebe und das Wohlgefühl meist schon auf der Heimfahrt und spätestens zu Hause, wenn uns dort Lärm, Unordnung und Unruhe empfangen.
Wie können wir diesen starken Bruch verhindern und unsere Spiritualität wirklich leben, statt sie nur auf das Meditationskissen und ein paar Tage Seminar im Jahr zu beschränken? Und wer bestimmt eigentlich darüber, was banal und was heilig ist? Wie kann ich alte Grenzen verschieben, lockern, loslassen? Cambra erzählt in kleiner, gemütlicher Runde vom Wäschewaschen in ihrem schönsten Gewand und von einer Freundin, die am liebsten an Windtagen den Rasen mäht – in einem roten Kleid mit breitem Rock, der dann ihre Beine mit jedem Windhauch leicht umspielt.
Es sind die Kleinigkeiten, die den Wandel bringen: Die Ritualwerkzeuge mit den Küchenwerkzeugen zusammenbringen. Nicht nur Trommelschlägel verzieren, sondern vor allem Kochlöffel. Denn diese sind es, die wir tagtäglich in der Hand haben. Den Trommelschlägel hingegen weniger.
Cambra Skadé erinnert an die heiligen Orte in der eigenen Wohnung: Die Küche, die Feuerstelle, der Ort der Heilerinnen, Schamaninnen. An all die Werkzeuge zur Reinigung: Staubsauger, Waschmaschine, Besen. All die Dinge, die uns auch auf einer anderen Eben helfen können, Erlebnisse und Geschichten loszulassen, zu reinigen, sie einsaugen zu lassen. „Eine Freundin von mir flickt zum Beispiel immer, wenn sie das Gefühl hat, irgendetwas im Außen ist dabei, auseinanderzubrechen oder passt nicht mehr richtig zusammen“, erzählt Cambra Skadé. „Allein dieser Akt des Flickens verändert etwas. Sei es, dass sie plötzlich innerlich eine klare Antwort auf ein diffuses Gefühl bekommt oder dass da plötzlich ein Wissen ist, dass sich jetzt gerade etwas im Außen verändert hat und sie jetzt wieder mit dem Flicken aufhören kann.“
Es geht darum, die scheinbar alltäglich-langweiligen Handlungen, die Dinge, die wir jeden Tag tun (abspülen, staubsaugen, putzen, waschen, kochen) wieder zu heiligen, uns ihrer Kraft wieder bewusst zu werden. Der Kraft, Dinge zu transformieren, zu reinigen, loszulassen. Gleichzeitig können wir selbst dazu beitragen, dass unser Alltag seinen Zauber zurückbekommt: Wir können beim Kochen die Möhren als Repräsentanten für Freude sehen und sie in diesem Bewusstsein in die Suppe geben. Auf diese Weise wandern nach und nach Freude (in Form von Möhren), Lebenslust (in Form von Kartoffeln), Stärke (in Form von Petersilienwurzel) und Kreativität (in Form von Suppengrün) in unser Essen. Wir selbst sind es, die mit einem kleinen Ritual oder unserem bewussten Tun, die Magie in den Alltag zurückbringen können.
Statt zu sagen: „Ja, ich würde mich ja so gerne den ganzen Tag meiner Spiritualität widmen, aber ich muss hier ja dauernd putzen, saugen, spülen“ können wir uns wieder verbinden mit dem Besonderen in jedem Augenblick. Wir können die Spiritualität in jedem Moment des Alltags wiederentdecken lernen.
„All die Schamaninnen, mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, wenn du es nicht schaffst, die besondere Kraft der Reisen, zum Beispiel das Wohlgefühl während der Meditation im Himalaya, in den Alltag zu holen, dann kannst du es gleich sein lassen“, sagt Cambra Skadé und beendet den Abend mit einem Satz der Heiligen Närrin: „Entweder ist alles heilig oder nichts.“
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Dank eurer Unterstützung konnte das Buchprojekt vor wenigen Augenblicken für die Finanzierungsphase freigeschaltet werden!
Ihr könnt nun das Projekt fleißig weiter unterstützen und euch – wenn ihr mögt – auch ein Dankeschön dazu aussuchen (von der handgeschriebenen Postkarte über das Inspirations-Buch hin zum kostenlosen Onlinekurs).
Viel Freude dabei, sonnige Grüße und ein großes Dankeschön,
Sabrina
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Wow, wie schnell sich alles entwickelt! Seit knapp zwei Tagen ist das Buchprojekt bei startnext online und findet immer mehr Fans und Freunde. Wenn es so weitergeht, können wir vielleicht schon zum Wochenende in die Finanzierungsphase starten – Freude!
Seit heute gibt es nun auch ein kleines inspirierendes Video zum Projekt zu sehen.
Viel Freude damit, euch noch eine wunderbare Woche und danke für eure Unterstützung,
Sabrina
Reiserouten formen sich und zeichnen plötzlich eine Landkarte. Wo vorher nur weiße Fläche war, fügen sich nach und nach Linien zu Routen und Wegen zusammen. Jetzt im Frühjahr geht es noch nach Lübeck, zu einem Vortrag von Cambra Skadé, im beginnenden Sommer geht die Reise gen Süden (zumindest von Kiel aus gesehen) ins Rheinland und in die Eifel. Dann, mitten im Sommer geht es nach Bayern und weiter nach Österreich und in die Schweiz. Im Spätsommer steht dann noch ein Termin hier im Norden an.
Bislang habe ich schon einige Telefongespräche mit den Frauen geführt. Sie sind immer wieder unglaublich spannend, die verschiedenen Wege, begeistern und faszinieren mich. So unterschiedlich sie auch sind, in der Essenz geht es immer wieder um das Eigene, das Authentische. Dabei ist mir dann auch der Satz von Gandhi wieder begegnet: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
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Es ist soweit!
Das Buchprojekt hat nun auch seine eigene Crowdfunding-Seite, zu finden hier.
Nun seid ihr gefragt, die Interessierten, Freunde, Fans, Leser und Unterstützer – ihr könnt eure Stimme zur Unterstützung des Projektes abgeben (“Fan” werden) oder das Projekt in der anschließenden Finanzierungsphase mit Geld unterstützen – hierfür warten ganz unterschiedliche Dankeschöns auf euch, vom Buchexemplar, über den Achtsamkeitskurs hin zur Teilnahme an einer kreativen Online-Schreibwerkstatt oder auch zum eigenen Personen- oder Firmenportrait. Alle weiteren Informationen gibt es auf der Crowdfunding-Seite.
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Die Vorbereitungen zum Buchprojekt sind wirklich inspirierend! Immer wieder musste ich gestern an den Text von Joseph Beuys denken „Jeder Mensch ein Künstler“, den auch Cambra Skadé in einem ihrer Bücher zitiert und der schon länger hier im Bad hängt, gepaart mit dem Gedanken an das Heilige im Alltag, an kleine Zeichen, die „Ja“ sagen.
Und so hängt nun seit gestern Abend an der Abdeckung des Briefkastenschlitzes das Wort „Freude“. Zunächst versteckt und doch: Wer etwas in den Briefschlitz an der Haustür stecken möchte, stößt unweigerlich auf die Freude. Ein schöner Gedanke. Wer weiß, vielleicht verändert sich auch der Inhalt der Post, wenn er erst mal an der Freude vorbei muss
Heute jedenfalls war die Post durchweg positiv und erfreulich.
Mit Freude kann ich nun auch sagen, dass alle zu portraitierenden Frauen für das Buch beisammen sind! Hier sind sie, die wunderbar einzigartigen Frauen, die im kommenden Jahr mit ihren ganz persönlichen Lebenswegen im Buch „Auf dem Herzensweg“ vereint sein werden:
1. Andrea Steimer (Schweiz)
Schwerpunkte: Gründerin des Meditations- und Retreatzentrums HerzBrändli, Achtsamkeit, Meditation
Weitere Informationen: http://www.herzbraendli.ch
2. Anando Würzburger (Deutschland)
Schwerpunkte: Mitinitiatorin des Osho UTA – Institut für spirituelle Therapie und Meditation in Köln, Entwicklerin der Hara Awareness Massage
Weitere Informationen: http://www.uta-akademie.de/de/dozenten/33
3. Sandra Franz (Deutschland)
Schwerpunkte: Köchin im buddhistischen Waldhaus am Laacher See, ehemalige Inhaberin eines Bioladens, biologisch-ökologische Lebensweise
Weitere Informationen: http://www.buddhismus-im-westen.de
4. Sylvia Kolk (Deutschland)
Schwerpunkte: Buddhismus, Meditation, Gründerin des buddhistischen Zentrums Hamburg
Weitere Informationen: http://www.sylvia-kolk.de
5. Cambra Skadé (Deutschland)
Schwerpunkte: Kunst, Magie, Heilen, Frauen, Schamanismus
Weitere Informationen: http://www.cambra-skade.de
6. Jwala Gamper (Österreich)
Schwerpunkte: Kreativer Ausdruck, Kalligrafie, Kunst, Stille
Weitere Informationen: http://www.sign.ag
7. Anna Platsch (Deutschland)
Schwerpunkte: Autorin, kreatives Schreiben
Weitere Informationen: http://www.annaplatsch.de
8. Annette Kaiser (Schweiz und Deutschland)
Schwerpunkte: Sufilehrerin, spirituelle Lehrerin und spirituelle Leiterin der „Villa Unspunnen“ in der Schweiz und der „Windschnur“ in Deutschland
Weitere Informationen: http://www.windschnur.de und http://villaunspunnen.ch
9. Sabine Friesch (Deutschland)
Schwerpunkte: Altes Pflanzenwissen, Phytotherapie und indianisch-schamanische Arbeit, Ritualsarbeit, Mitinhaberin einer Raritäten-Gärtnerei mit Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen aus aller Welt
Weitere Informationen: http://blumenschule.de/gartnerei/wir-uber-uns.html
9. Marie-Luise Stiawa (Deutschland)
Schwerpunkte: Wildkräuter und Heilkräuter, Lernen von Pflanzen
Weitere Informationen: http://www.hollesgarten.de
10. Schwester Elke Stein TC (Deutschland)
Schwerpunkte: Christentum, Ordensschwester, Kapuziner-Terziarinnen
Weitere Informationen (über den Orden allgemein): http://www.erzbistum-koeln.de/erzbistum/menschen/orden/frauenorden/kapuziner_terziarinnen.html
Freude!
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Heute ist auch das dritte Buch von Cambra Skadé angekommen: „Die schamanische Kraft im Alltag“. Ich habe ein Bisschen von der Einleitung gelesen, mich treiben lassen durch das Buch, bin hier und dort hängen geblieben, an Bildern, Worten, Textfetzen.
An einer Stelle spricht Cambra Skadé davon, dass sie eine Art Närrinnenfreiheit hat, dadurch, dass sie das Etikett Künstlerin trägt. Sie tut etwas Komisches, die Nachbarn fragen sich: Was ist das? Doch ihr Tun verliert in dem Moment an Gefährlichkeit, in dem aus dem Fremden (im Zweifelsfall) ein Kunstprojekt wird.
Ich muss schmunzeln und daran denken, wie ich neuerdings in Parks und Wäldern umherschleiche, auf der Suche nach abgefallener Rinde, Blättern, Steinen. Dinge, die ich zu etwas Neuem, zu kleinen und großen Kunstobjekten zusammenfügen kann. Während ich so sammelte, musste ich letztens auch über das Etikett Künstlerin nachdenken. Ja, so ist es. Plötzlich kam es mir ganz normal vor, solche Dinge zu tun – wer komisch guckt, dem sag ich halt, das hat etwas mit Kunst zu tun.
Es ist schon erstaunlich, wie sich unsere Wahrnehmung, unsere Beurteilung und Einschätzung unserer Umgebung durch solche Kleinigkeiten verändert.
Steht jemand eine halbe Stunde lang an derselben Stelle und schaut nachdenklich seine Umgebung an, mag manch einer sich fragen: Was hat er? Hält dieser Suchende allerdings eine Kamera in der Hand, scheint es ganz klar: Ach so, ein Fotograph, der sucht bestimmt nach einem passenden Bildausschnitt oder Objekt.
Es ist schon ein wenig verrückt, dass wir uns manchmal Dinge nur dann zu gestatten scheinen (und sie nur dann als „normal“ anerkennen), wenn sie einordbar sind, wenn sie nicht anders, verrückt, ungewöhnlich erscheinen. Wenn die Dinge einen Namen bekommen.
Was ist mit den Dingen ohne Namen? Sind sie nicht existent? Dürfen sie nicht sein?
Ein Ding ohne Namen mag gefährlich erscheinen – gleichzeitig gibt es Raum. Auch das Unbenannte darf sein und wird dadurch wieder beweglich, wandelbar, entwicklungsfähig, weit und frei.
Das Heilige im Alltag finden, das ist auch etwas, an dem ich hängenbleibe im Buch. Wie wahr! Wie oft noch ist da das spirituelle Seminar, die erleuchteten Leute und dort drüber der langweilige Alltag, der unspirituelle Lebenspartner, die ach so normalen Freunde, das dröge Spülen. Müssen Erleuchtete wirklich noch spülen?
Ich denke schon, denn sonst wird die Spiritualität schnell zu etwas, was nur in einer Ecke, in einem bestimmten Rahmen, unter bestimmten Bedingungen zu haben ist. Bedingungen, die keine dreckige Wäsche, keine schreienden Kinder und Berge von Spül dulden. Dann wird sie eng, die Spiritualität, wird reduziert auf bestimmte Umstände: Ja, wenn ich dieses Seminar besuche, dann bin ich total spirituell, sonst geht das aber gar nicht.
Warum nicht? Ist das nicht eigentlich die Crux an der Sache? Die Spiritualität wirklich so zu leben – erlebbar zu machen -, dass sie Platz findet, mitten im Alltag? Für mich geht es nicht nur darum, eine halbe Stunde auf dem Meditationsbänkchen zu sitzen und dann wieder wie gewohnt durch den Alltag zu hetzen – unachtsam und blind für alles um mich herum. Wirklich gelebte Spiritualität ist für mich weit mehr. Da bestimmt zum Beispiel die Achtsamkeit mein Handeln und mein ganzes Tun und Sein ist von ihr durchzogen.
Erst dann wird Spiritualität wirklich echt, wenn sie mitten unter all der Wäsche, dem Spül und den schreienden Kindern immer noch zu erkennen ist.
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18. April 2012
Das Alltägliche hat sich im Traum mit dem Magischen verwoben. In dieser Nacht habe ich von Webseiten geträumt, deren Einträge sanft mit einer Feder berührt wurden, die von einem Ort zum anderen schwebte.
Gestern Abend bin ich weitergereist, war bei einer Heilerin, einer Bübü, habe tiefe Abgründe gesehen, an Feuern gesessen und gesungen.
Ein Blick in ein zweites Buch „Kunst – Magie – Heilen“ von Cambra Skadé ließ mich am Abend meinen Tag tanzen – ungewohnt und noch etwas holprig, aber auch freudig und sehr energiereich.
Auf dem Papier formen sich immer mehr die Routen und Wege, die gegangen und gefahren werden wollen: Lübeck, Hamburg, das Rheinland, die Eifel, Süddeutschland, Österreich und die Schweiz. Mal führen die Wege in große Städte, mal hinein in waldreiche Gebiete. Ein anderes Mal an große Meere oder an hohe Berge. So unterschiedlich wie die Wege sind auch die Frauen, denen ich begegnen werde. Und doch vereint sie die Essenz ihrer Wege wie ein roter Faden, der sich durch all ihre Geschichten webt.
Bald wird es auch die Namen der Frauen an dieser Stelle geben, die im Buch mit dabei sein werden, dann, wenn wirklich alle beisammen sind.
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Die Reise hat längst begonnen, noch ehe ich einen Fuß vor die Tür gesetzt habe. Heute ist das Buch „Shamal – Eine kirgisische Liebesgeschichte“ von Cambra Skadé angekommen und so sitze ich am Abend auf dem Sofa und reise nach Kirgistan.
Ich hatte einen Reisebericht erwartet, doch nach den ersten Seiten wird klar: Es ist mehr. Weit mehr. Eine Reise nach Kirgistan, eine Reise für mich, zu mir. Ein gleichzeitiges Ankommen und Aufbrechen.
Ich lese und reise. Seite für Seite. Ich rieche den Duft der Steppe, spüre den tosenden Wind um mich herum, höre die Lieder in den Stürmen, schaue durch die Dachöffnungen in den Jurten nachts in den Sternenhimmel. Alles scheint so neu und doch so seltsam vertraut.
Die Sätze tanzen, nehmen mich mit, sanft wie auf Wellen. Sanft und doch bestimmt. Das Ziel? Noch unbekannt. Die Worte formen ihre ganz eigene Melodie.
Nach einer Stunde bin ich müde. Zeit, ins Bett zu gehen. Ich beende die Reise für heute und schlage das Buch zu.
Kurz vor dem Einschlafen sage ich zu meinem Freund: „Shamal heißt Wind“. Dann schlafe ich tief und träume von Kirgistan.
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Crowdfunding. Den Begriff lese ich zum ersten Mal in einem Magazin. Crowdfunding? Kreative, Künstler und Erfinder stellen ihre Projektidee online vor, die Gemeinschaft, Freunde, Fans und Mitstreiter finanzieren die Idee und ermöglichen ihre Umsetzung. Mehr zum Crowdfunding gibt es auch hier.
Eine wunderbare Idee, auch für dieses Buchprojekt und so werden in einigen Tagen auf www.startnext.de auch die Herzenswege zu finden sein.
In der Zwischenzeit stimme ich weitere Gesprächstermine ab und warte auf Bücher mancher Frauen, die diese auf den Weg zu mir geschickt haben.
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08. April 2012
Der Fragebogen ist fertig. Er wird der rote Faden sein beim Gespräch mit den unterschiedlichen Frauen.Doch natürlich kann ein Fragebogen nicht all die wunderbaren Einzelheiten, die Besonderheiten jeder einzelnen Frau erfassen. Und so wird er mehr zur Wegrichtung auf die wiederum viele andere Wege und Schauplätze münden. Er wird uns zu dem führen, was oft in noch keiner Frage erfasst ist und so wird eine Antwort zur nächsten Frage führen und auf diese Weise immer tiefer in die jeweiligen Lebensgeschichten hinein.
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30. März 2012
Einige Wochen sind vergangen – es formt sich!
Bislang gab es fast ausnahmslos Zusagen. Positive, begeisterte, interessierte Rückmeldungen.
Reiserouten beginnen sich zu entwickeln: Wer wohnt wo, was ist zeitlich wann möglich, wer hat wann Zeit.
E-Mails werden hin- und her gesendet und die ersten Termine für telefonische Vorgespräche ausgemacht. Es wird!
Ich beginne mich in die Biographien einzulesen, stoße immer wieder auf neue Facetten, neue Blickwinkel. Freude, Lust und Begeisterung auf das Buchprojekt wachsen gleichermaßen!
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Die ersten Anfragen sind raus, jetzt heißt es warten auf Resonanz.
Wann die Idee zum Buch das erste Mal da war? Ich glaube es war im Sommer vergangenen Jahres, nach einer kreativen Schreibwerkstatt in der Schweiz, geboren aus Stille, Weite und tiefer Freude. Der Wunsch danach, Lebenswege aufzuzeichnen und sie zu etwas einzigartigem Neuen zusammenzufügen: Einem Buch, das inspiriert, Mut macht, begleitet, unterstützt. Ein Buch, das die Leserinnen und Leser teilhaben lässt an der Freude auf dem Herzensweg, gleichzeitig aber auch den Umgang mit Krisen, Ängsten und Zweifeln thematisiert. Ein Buch, das Lust darauf macht, den eigenen Herzensweg zu gehen.
Namen wurden gesammelt, wer könnte mit rein, wer fällt mir ein. Statt eines gemischten Frauen-Männer-Buches kristallisierte sich immer mehr ein Frauenbuch heraus. Ein Buch über Frauen, deren Wege von Mut und Leidenschaft geprägt sind, die aber dennoch bislang oft unsichtbar geblieben sind. Frauenwege, die alle ganz unterschiedlich und einzigartig und gleichzeitig doch verbindend sind.
Es sammelten sich Namen, Bereiche und Ideen. Ideen, wie das Buch aussehen könnte, welche Facetten es beinhalten sollte.
Dann die Verlagssuche. Über eine Onlinesuche stieß ich auf den Irdana-Verlag, sendete meine Ideen dorthin und: Es passte.
Nun sind wir hier, die E-Mails an die Frauen mit der Projektbeschreibung sind verschickt und ich bin gespannt, was sie rückmelden.





































Von Anando habe ich die Info über das Buch bekommen und möchte kurz mitteilen, dass ich die Idee wunderbar finde..
Es wird Zeit, dass immer mehr Frauen zu Wort kommen.
Herzliche Grüße
Marion -Mukti- Hötzel
Mondsee